Schützenmarsch

 

Die von Herzog Georg Friedrich dem Sanftmutigen im Jahr 1461 privilegierte Schützengesellschaft, eine der ältesten in Sachsen, war die Vereinigung von Heuern (Bergleuten) und Bürgern zur Bildung einer Bürgerwehr in der Grenz- und Bergstadt Altenberg.

 

Das bergmännische Element ist in dieser Priv. Schützengesellschaft über Jahrhunderte vielfach vertreten gewesen. So ist auch der Komponist dieses Altenberger Schützenmarsches von 1932, Max Kaiser (*3.11.1901 + 28.3.1973) lebenslang im Zinnerzbergwerk Altenberg als Bergschmied tätig gewesen.

Als hochbegabter Laienmusiker ist er auf vielen Instrumenten „zu Hause“ und in der seit 1921 bestehenden Stadtkapelle, später Bergmannskapelle, einer der bestimmenden Musiker. Für diese schreibt er im Jahr 1932 zu Ehren seines Schwiegervaters, Bergschmied Heinrich Langer, in jenem Jahr Schützenkönig, den hier wieder zu hörenden Altenberger Schützenmarsch.

 

Es wird heute noch von ihm berichtet, dass er auch an seinem über Tage liegenden Arbeitsplatz im Bergwerk stets Notenpapier und Bleistift zur Hand hatte, um seine musikalischen Einfälle zu Papier zu bringen. Die Priv. Schützengesellschaft von 1461 zu Altenberg hat traditionell über Jahrhunderte ein besonderes Verhältnis zur Musik.

 

Die unmittelbare Nähe zu Böhmen, dem Land der Musik und der Musiker hat dieses Verhältnis geprägt. In einer heute wieder vorliegenden Chronik der langen Geschichte der Priv. Schützengesellschaft ist belegt, dass große Militärkapellen zu traditionellen Anlässen bei den mehrtägigen Pfingstschützenfesten in Altenberg auftraten.

So z. Bsp. im Jahr 1903 die Kapelle des Königlich Sächsichen Grenadierregiments Nr. 101, zum 450sten Bestandsjubiläum im Jahr 1911 die 64er Artilleriekapelle aus Pirna unter Leitung von Obermusikmeister Arnold und schließlich im Jahr 1936 zum 475sten Bestandsjubiläum die Kapelle des Artillerie Regiments 4 unter Obermusikmeister Waldau.

 

Mit der Einspielung des Altenberger Schützenmarsches durch das Orchester des Bundesgrenzschutzes Hannover unter der Leitung von Matthias Höpfert wird diese Tradition, die ein halbes Jahrhundert verschollen war, wieder aufgenommen.

 

 

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